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Schüler 


Schnupperkurs für Schreibfans

Was Wiesbadener Schüler alles über das Schreiben erfahren konnten

Einige Tage im Sommer-Schreib-Camp der Written Art Foundation zu verbringen, aber mit vollem Programm, rund um das Schreiben mit der Hand: das war eine Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler der Wiesbadener Schulen, die sich am Schreibwettbewerb 2016 beteiligt hatten. Man wollte damit besonders Begabten die Chance geben, einige Tage mit Schreibexperten und dem Schriftkünstler Jörg Schwarzenbach aus München sowie dem Schriftsteller Alexander Pfeiffer aus Wiesbaden die Feinheiten des Schreibens kennenzulernen. Das Ganze fand auf dem wohl schönsten Uni Campus Hessens, nämlich an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel statt.

Umrahmt vom historischen Schloss und Weinbergen hatte man hier Zeit und Muße für das Thema, das die Welt des Schreibens in unterschiedlichen Facetten vermitteln sollte. Denn der Rheingau ist auch eine Fundgrube der Schriftkultur, die man in den mittelalterlichen Kirchen und Klöstern entdecken kann. Besonders das Kloster Eberbach war ein Ziel, dessen Mönche daraus eine Hochburg des Schreibens machten. Sie schrieben nicht nur in strenger Abfolge Textkolumnen, sondern waren auch Meister von Schrifträtseln und Arabesken: von rechts nach links, von links nach rechts, von oben nach unten, von unten nach oben, aber auch spiralförmig, wie bei den alten Griechen. Bevor die Gruppe der Schreibfans die einzigartige Aura des Klosters kennenlernte, sah sie einige Ausschnitte aus dem Film „Der Name der Rose“, durch den das Kloster weltweite Bekanntheit erlangte und der übrigens auch die Bedeutung der damaligen Schriftkultur hervorhebt - denn ein geheimes Buch ist der Handlungsmittelpunkt in einer Zeit, in der das Schreiben nur von wenigen Privilegierten beherrscht wurde.

Auch eine ganz andere Epoche der Hochkultur des Schreibens, nämlich in der Romantik, wurde abgehandelt. Im Brentanohaus in Winkel hat die rege Korrespondenz der Familie mit allen wichtigen Persönlichkeiten der damaligen Zeit ihren Ursprung.

Das Tempo unserer Zeit hat das Schreiben mit der Hand weitgehend ausgeblendet. Aber nicht nur Günter Grass oder Martin Walser haben die Manuskripte ihrer Werke handschriftlich verfasst. Es scheint so, als ließen sich beim Schreiben mit der Hand Gedankengänge unmittelbarer und direkter dingfest machen. So haben auch die Schüler des Sommer-Schreib-Camps einen Satz zum Nachdenken mitgenommen: „Schrift kann nur in einer Kultur existieren, und eine Kultur kann ohne Schrift nicht bestehen.“


„Auch wenn wir als Geschwister im Alltag unterschiedlich viel Schreiben, macht der Besuch des Sommer-Schreib-Camps für uns beide Sinn: denn neben dem kreativen Schreiben erfährt man viel über die Handschrift und kann auch sein künstlerisches Interesse vertiefen. Nicht zuletzt lernt man viele neue Leute kennen, die alle die Leidenschaft für das Schreiben zusammenführt.“

„Ich bin extra aus Hamburg angereist, ermöglicht aufgrund eines Geschenkes meiner Familie an mich, und muss sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden. Sich drei Tage intensiv dem Schreiben in einer solch schönen Atmosphäre widmen zu können ist großartig. So ein Angebot an uns Schüler gibt es bei uns im Norden nicht, was ich sehr bedaure!“


„Ich finde es toll, dass wir neben dem Schülerschreibwettbewerb auch kostenlos an dieser Schreib-Werkstatt unter professioneller Anleitung teilnehmen können. Insbesondere der Austausch untereinander und die zahlreichen Tipps der Experten machen Spaß! Für mich steht fest, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin.“


„Schade, dass die drei Tage schon vorbei sind! Das Angebot es Camps war sehr vielfältig, vom Video angefangen über die Führung durch das Kloster bis hin zu den praktischen Übungen im Schreiben und Zeichnen. Ich werde sicher versuchen, auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein.“


„Ich habe mich sehr gefreut, dass ich nach der erfolgreichen Teilnahme am Schülerschreibwettbewerb auch noch das Schreibcamp besuchen konnte. Die Schreibexperten konnten mir wirklich gute Anregungen geben und ich habe meinen ersten kalligraphischen Text erstellt.“