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Die Ausstellung The Home of My Eyes im Museo Correr zeigt neue Arbeiten der iranischen Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat. Die Auswahl besteht aus der Fotoserie The Home of My Eyes von 2015 und dem Video Roja von 2016. Beide Werke markieren eine Veränderung in Neshats künstlerischem Werk, insofern sie sich nicht länger primär auf die iranische Gesellschaft sondern auch auf andere Kulturen konzentrieren.

The Home of My Eyes ist Neshats visuelles Porträt verschiedenartiger Menschen in Aserbaidjan, wobei alle 55 fotografischen Werke der Serie mit Tinte beschriftet sind. Die Konzeption Neshats gilt dem „Porträt eines Landes, das sehr lange Treffpunkt vieler verschiedener Ethnien, Religionen und Sprachen war.“ Für Neshat besitzt das Land, das erst seit dem frühen 19. Jahrhundert vom Iran getrennt ist, eine besondere Ausstrahlung, weil es mit der Geschichte, der Religion, den Ethnien und der Kultur Irans starke Gemeinsamkeiten hat.

Die Charaktere der Porträtierten fängt Neshat mit Hilfe frontaler Nahaufnahmen ein. Während sich die Dargestellten im Alter und in der ethnischen Zugehörigkeit voneinander unterscheiden, werden sie von Neshat in ähnlichen Körperhaltungen und ähnlicher Kleidung vor einen jeweils dunklen Hintergrund gestellt. Die spezielle Haltung der Hände erinnert an christlich religiöse Gemälde, insbesondere von El Greco. Die Fotoserie gilt auch den individuellen Weltanschauungen der Porträtierten, insofern Neshat während der Produktion mit den Einzelnen über das Thema kulturelle Identität und die Idee von Heimat gesprochen hat. Auf Basis ihrer Antworten entwickelte Neshat Texte, die in kalligraphisch Technik auf die Porträts geschrieben sind. Sie geben sowohl Antworten der Porträtierten auf den Begriff der Heimat als auch Gedichte von Nizami Ganjavi wieder, eines iranischen Dichters aus dem 12. Jahrhundert, der auf dem Boden des heutigen Aserbaidjan gelebt hat.

Während The Home of My Eyes eine Kultur untersucht, die Neshats eigener Kultur nahe steht, reflektiert das Video Roja ihre eigene Erfahrung, innerhalb der USA in einer fremden Kultur zu leben. Roja basiert auf Neshats persönlichen Träumen und Erinnerungen und zeigt die Nostalgie einer iranischen Frau nach ihrem Heimatland. Von ihrem ursprünglichem wie ihrem übernommenen Zuhause ist die Protagonistin gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Mit einer surrealistischen, nicht narrativen Aufnahmetechnik zeigt Roja Gefühle der Vertreibung auf und verschiebt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion ebenso wie die Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Shirin Neshat, 1957 in der iranischen Provinzhauptstadt Qazvin geboren, lebt in New York. Zu ihren frühen fotografischen Arbeiten gehört die Serie Women of Allah von 1993-1997, die Fragen nach dem Geschlecht in Beziehung zum islamischem Fundamentalismus und Militarismus stellt. Zu ihren neueren Fotoserien gehören The Book of Kings von 2012 und Our House Is on Fire von 2013. Jede dieser Serien kann als Allegorie auf ein Land und einer Gruppe von Menschen gesehen werden, die sich in der Geschichte entfalten – ob als Helden oder als Verwundete, die ein kollektives Trauma überlebt haben. The Home of My Eyes von 2015 wurde vom YARAT Art Center in Baku in Auftrag gegeben. 2009 führte Neshat erstmals Regie in ihrem Spielfilm Women Without Men, der während des 66. Internationalen Filmfestivals in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. Sie vollendet gegenwärtig ihren zweiten Spielfilm, Looking for Oum Kulthum von 2017.

Als ein Collateral Event im Rahmen der 57. Internationalen Ausstellung La Biennale di Venezia zeigt das Museo Correr 26 Porträts aus der Reihe The Home of My Eyes mit dem Video Roja in der Sala di Quattro Porte im II. Obergeschoss der Sammlung des Museums an der Piazza San Marco.

Bericht über die Ausstellung in "La Stampa" (Seite 1/2)

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Bericht über die Ausstellung in "La Stampa" (Seite 2/2)

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   Beitrag der Deutschen Welle mit Video: 

   Im Exil: Die Künstlerin Shirin Neshat: Ihre Fotos und Filme kreisen um die muslimische Welt,
   im Zentrum: die Frauen. Jetzt zeigt die Exiliranerin Shirin Neshat ihre neuen Arbeiten an der
   Lagune. Das Thema: Die Schattenseiten der Macht.

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    Artikel Online in Wall Street International (Italienische Sprache): 

    Homeland Experiences - Shirin Neshat a Venezia

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    The Telegraph - Art

    Der Telegraph zählt in seiner Ausgabe Juli 2017 unter anderem die Biennale in Vendig
    zu den wichtigsten 7 Kunstausstellungen diesen Sommers und erwähnt insbesondere
    auch die Ausstellung der Written Art Foundation "Shrin Neshat -
    The home of my eyes". 

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  Espoarte

  Interview mit Shrin Neshat im italienischen Kunstmagazin Espoarte in
  Ausgabe #98

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